Warum ist eine Blackout-Vorsorge wichtig?

Weil unser gesamtes gewohntes Leben auf den Kopf gestellt wird. Jede(r) von uns wird davon betroffen sein.

Die schwierigste Frage zu Beginn ist,  wie erfahre ich, dass es sich tatsächlich um ein Blackout und nicht nur um einen regionalen Stromausfall handelt, welcher wie gewohnt nach ein wenigen Minuten oder Stunden wieder vorbei ist?

Dazu gibt es mehrere Indikatoren:

    • Stromausfall
    • Das Handy- und Festnetz funktioniert nicht mehr.
    • Nicht mehr alle Privatradiosender können empfangen werden.
    • Im Verkehrsfunk (Ö3) wird über die Sperre
      aller österreichischen Tunnel innerhalb der ersten 1 1/2 Stunden berichtet.

Weiterführende und vertiefende Informationen.

Persönliche Vorsorge

Wie können Sie als Familie / Einzelperson vorsorgen?
Campingurlaub als Planungsgrundlage

Eine Grundüberlegung könnte sein, dass Sie bei Ihrer Vorsorge an einen zweiwöchigen Campingurlaub ohne gewohnte Versorgungsinfrastruktur denken. Dann haben Sie sicher jene Dinge zur Verfügung, die Ihnen wichtig sind und die auch zu Ihnen und Ihrer persönlichen Lebenssituation passen (Kleinkinder, Haustiere, Allergien, Lebensmittelunverträglichkeiten, Medikamente, etc.).

Bei den hier angestellten Überlegungen wird vorausgesetzt, dass Sie in Ihrem Haushalt zumindest genügend Grundvor-räte wie Öl, Salz, Zucker, Ketchup, Marmelade oder Teebeutel oder auch Hygieneartikel wie Seife, Zahnpasta, Taschen-tücher, Desinfektionsmittel, Toilettenpapier, Monatshygiene für zwei Wochenverfügbar haben. Sie haben sicher auch Lebensmittel wie Kartoffeln oder Obst zu Hause. Diese zählen natürlich auch zu Ihrem Basisvorrat. Dieser Vorrat soll es Ihnen und Ihrer Familie ermöglichen, zwei Wochen ohne großen Hunger über die Runden kommen zu können.

Das wird aber deutlich weniger sein, als Sie im Alltag gewohnt sind. So kann man etwa den notwendigen Kalorien- bzw. Energiezufuhr auch mittels zusätzlichen Energieriegel decken. Das sättigt zwar nicht sehr, macht aber die Bevorratung einfacher. Denken Sie auch daran, dass sie in den ersten Stunden oder Tagen auch vorhandene Kühl- und Gefriergüter verbrauchen sollten, damit diese nicht entsorgt werden müssen. Sie brauchen hierzu aber wahrscheinlich eine (Not-)Kochmöglichkeit.

Selbstcheck Familie

  • Wie könnt ihr die ganze Familie wieder zu Hause zusammenbringen, wenn der öffentliche Verkehr (z.B. Busse, Züge), Tankstellen und auch das Handy nicht mehr funktionieren?
  • Ist der Tank von eurem Auto immer zumindest halb voll?
  • Gibt es ein batteriebetriebenes Radio bei euch zu Hause (Autoradio nicht vergessen)?
  • Gibt es jemanden in der Familie oder Nachbarschaft, der auf Hilfe angewiesen ist (kranke oder pflegebedürftige Menschen, Medikamentenversorgung (Insulin!), etc.)?
  • Wer schaut auf diese Menschen, wenn die Rettung, Pflegedienste oder Essen auf Räder nicht mehr kommen können?
  • Wer in der Familie kann Erste Hilfe leisten? Wer hat einen aktuellen Erste Hilfe Auffrischungskurs besucht? Ins Spital sollte man nur dann fahren, wenn eine lebensgefährliche Erkrankung oder Verletzung vorliegt. Alle anderen Personen sollten zu Hause oder beim praktischen Arzt versorgt werden können. Gibt es eine kleine Hausapotheke?
  • Wie viele Wasser- und Lebensmittelvorräte sind bei euch zu Hause verfügbar?
  • Kommt die Familie damit zwei Wochen durch, ohne einkaufen gehen zu müssen?
  • Müsst ihr Kleinkinder in der Familie versorgen?
  • Wie sieht es mit den Medikamenten aus? Auch hier solltet ihr zwei Wochen ohne Apotheke oder Arzt auskommen können.
  • Wie funktioniert im Winter bei euch zu Hause die Heizung? Zur Not tut es auch warme Bekleidung oder Decken
  • Habt ihr genügend Taschenlampen, Batterien oder Kerzen zu Hause?
  • Müsst ihr Tiere versorgen?
  • Könnt ihr das auch für zwei Wochen sicherstellen?

Weitere Informationen:

https://www.saurugg.net/strom-blackout/leitfaeden-zur-selbsthilfe

http://zivilschutzverband.at/

Kommunale Vorsorge

Was können Sie als Bürgermeister/in bzw. Gemeinden tun?

Der erste Schritt beginnt mit der Risikoakzeptanz, dass so etwas überhaupt möglich ja eigentlich sogar sehr realistisch ist. Die hochgradige Abhängigkeit von der Stromversorgung steht wohl außer Streit. Daher sollte dieses Szenario in keiner Risikoanalyse fehlen, wobei es sich hier nicht um das Szenario „Stromausfall“, sondern um einen weitreichenden Strom- sowie gleichzeitigen Infrastrukturausfall handelt! Vernetztes Denken und Handeln – Um sich den tatsächlichen Herausforderungen und Risiken in einer Gemeinde zu nähern, ist vor allem eine offene und ehrliche Kommunikation mit und zwischen den unterschiedlichen Organisationen und der Bevölkerung erforderlich, die am besten wissen, wo der Schuh im Detail drückt bzw. welche Vorkehrungen oder auch Improvisatonsmaßnahmen wirken könnten. Den einzigen Fehler, den Sie dabei begehen können ist, nichts zu tun und abzuwarten.

https://www.saurugg.net/strom-blackout/leitfaeden-zur-selbsthilfe

SCHNELL-CHECK-LISTE:

Krisenmanagement und Sicherheit

  • Notstromversorgung der Einsatzkräfte / Einsatzleitung Gemeinde (Licht, Heizung, Kochen / Lebensmittel, Kommunikation, Hygiene, Notschlafstellen)
  • Einsatzstab Gemeindeebene (Schlüsselpersonal definieren, Schichtbetrieb, Organisation)
  • Unterlagen und Alarmpläne in Papierform, Drucker / Kopierer und EDV für Informationsblätter und Verordnungen
  • Kommunikationsmittel Einsatzkräfte (Behördenfunk, Amateurfunk, etc.)
  • Treibstoffe und Betriebsmittel für Einsatz- und Kommunalfahrzeuge
  • Verbrauchsmaterial und Baustoffe (Holz, etc.)
  • Brandmeldeanlagen (Störungen – Auslastung der Einsatzkräfte)
  • Notrettung aus Aufzügen

Trinkwasserversorgung

  • Trinkwasserversorgung sicherstellen (Hebeanlagen, Druckverstärker, UV Aufbereitung, Notbrunnen, etc.)

Abwasserentsorgung

  • Abwasserentsorgung sicherstellen (Hebeanlangen, alternative Pumpwerke, etc.

Lebensmittelnotversorgung

  • Öffentlichkeitsarbeit für Eigenvorsorge der Bevölkerung
  • Bevorratung für die Einsatzkräfte / Einsatzstab

Gesundheitsnotversorgung

  • Medizinische Grundversorgung sicherstellen (lokale Möglichkeiten)
  • Medikamente und medizinische Dienstleistungen
  • Seniorenwohnheime und betreute Wohneinrichtungen

Sicherheits- und Krisenkommunikation

  • Information der Bevölkerung (Fahrzeuglautsprecherdurchsagen, Flugblätter, Aushänge, vorhandene Funkgeräte in der Bevölkerung, ..)
  • Zivilschutzsignale für Bevölkerung, Radiodurchsagen

Besondere Herausforderungen

  • Anlaufstellen / Notunterkünfte für Pendler, Touristen und weitere Personen
  • Internate und Wohnheime (Minderjährige, etc.)
  • Abfallentsorgung
  • Landwirtschaftliche Betriebe (Melk- und Futteranlagen, bzw. weitere notwendige Einrichtungen – Lüftungen, etc.)
  • Bestattungsbetriebe

Überschriften

  1. Sicherheits- und Krisenkommunikation
  2. Trinkwasserversorgung
  3. Abwasserentsorgung
  4. Gesundheitsnotversorgung
  5. Krisenmanagement und Sicherheit
  6. Lebensmittelnotversorgung
  7. Besondere Herausfoderungen

Ergänzungen zur Check Liste werden gerne angenommen:

Herbert Saurugg: office@saurugg.net
Stefan Vötter: stefan@voetter.net

Betriebliche Vorsorge

Was können Sie als Unternehmen tun?

Der erste Schritt beginnt mit der Akzeptanz des Risikos. Die hochgradige
Abhängigkeit von der Stromversorgung steht außer Zweifel. Daher sollte dieses
Szenario in keiner Risiko-analyse fehlen, wobei es sich hier nicht um das
Szenario „Stromausfall“, sondern um einen weitreichenden Strom- und
gleichzeitigen Infrastrukturausfall handelt! Eine möglicherweise verfügbare
Notstromversorgung reicht daher bei weitem nicht aus.

Vernetztes Denken und Handeln, um sich den tatsächlichen internen und
externen Heraus-forderungen und Risiken zu nähern, ist vor allem eine offene und
ehrliche Kommunikation mit und zwischen den MitarbeiterInnen erforderlich, die
am besten wissen, wo der Schuh im Detail drückt bzw. welche Vorkehrungen oder auch
Improvisationsmaßnahmen wirken könnten. Ein guter Einstieg beginnt mit der
Lageerfassung, wozu sich das Video

„Schweiz im Dunkeln“ http://youtu.be/NMWZwkv0qtosehr gut eignet.

Zeigen Sie zum Beispiel dieses Video im Rahmen eines Workshops und stellen
Sie die Frage, was das für Ihr Unternehmen bedeuten könnte bzw. welche weiteren
Schritte erforderlich sind, um damit umgehen zu können. Nutzen Sie zur
Unterstützung auch die verschiedenen Leitfäden und Hilfestellungen (www.saurugg.net/leitfaden).

Übergang in den Notbetrieb

Die schwierigste Frage ist, ab wann man in den Notbetrieb übergehen soll
bzw. wie man erfährt, dass es sich tatsächlich um ein Blackout und nicht nur um
einen regionalen Ausfall handelt.

Dazu gibt es mehrere Indikatoren: Stromausfall, das Handy- und Festnetz
funktioniert nichtmehr. Im österreichischen Verkehrsfunk (Ö3) wird über die Sperre
aller Tunnel berichtet. Das passiert innerhalb der ersten eineinhalb Stunden.
Weitere Meldungen über Radio.

https://www.saurugg.net/strom-blackout/leitfaeden-zur-selbsthilfe